Mangelhafte politische Bildung in der Schule und ihre Folgen

Oft kommt es vor, dass viele Jugendliche weder von zu Hause, noch von der Schule, noch von den sozialen Medien über aktuelle politische Ereignisse informiert werden. Woher das kommt? Einerseits durch das geringe Interesse, welches diesen Themen entgegengebracht wird, andererseits aber auch dadurch, dass weder die Eltern noch die Geschwister in der Lage sind, mit ihnen darüber zu reden. Auch in den sozialen Medien (z. B. Youtube) werden durch diese Interessenlage eher triviale Themen nach oben gespült und verstärken so die Uninformiertheit.

Eigentlich sollten Jugendlichen doch in der Schule mehr darüber lernen, oder? Schön wäre es! Der Wirtschafts-, Politik- und Gesellschaftsunterricht informiert über die wichtigen Grundbausteine der Politik, aber nicht über aktuelle Themen, so dass die Schüler die Möglichkeit hätten, eine eigene politische Meinung zu entwickeln.

Im Lehrplan ist die (insbesondere fachübergreifende!) Behandlung aktueller Themen nicht ausreichend vorgesehen. Ausnahmen hiervon gehen immer auf persönliches Engagement einzelner LehrerInnen zurück, die sich zum Wohle der Schüler über den Lehrplan hinwegsetzen.

Und genau da liegt der Fehler. Die unzureichende Information der Jugendlichen ist ein großer Mangel. Das Ergebnis dieses Mangels: Weniger Schüler haben Interesse an politischen Themen und daraus folgen dann in einigen Fällen auch Wähler, die eigentlich gar nicht wissen, wen oder welche Partei sie gerade wählen sollen und aus welchem Grund. Oder sie werden gleich zu Nichtwählern, denn wie wichtig Politik ist, wurde ihnen kaum gezeigt.

Dabei braucht die aktuelle Politik die Jugend, denn sie ist die Zukunft. Wie sieht die Zukunft Deutschlands aus, wenn fast alle nichts von Politik hören wollen, sondern nur denken: Die Regierung macht das schon, oder es ihnen gleich ganz egal ist… ?

Die politische Bildung ist eine unglaublich wichtige. So wird dem Nichtwählertum vorgebeugt, so gibt es eine Garantie für den Nachwuchs an PolitikerInnen und Zulauf für Jugendparteien und neuen, Interessanten Ideen und Meinungen.

Aber wo setzt man an? Im Kindergarten, der Grundschule, der weiterführenden Schule oder doch lieber erst während des Studiums? Meine Meinung ist ganz klar: In der weiterführenden Schule und zwar schon ab der siebten Klasse. Ab diesem Alter wird ein Großteil der Kinder meiner Ansicht nach aufnahmefähig für solche Themen. Vorher wird man sie kaum dafür begeistern können, geschweige denn, dazu bringen, aktiv mitzugestalten. Und das aktive Mitgestalten, das praktische Üben von und das Wissen über Politik sind genau das, was Deutschland braucht.

Mein Vorschlag also: Einmal die Woche sollte eine von einem Lehrer geführte Diskussionsrunde stattfinden, in der zuerst über ein aktuelles Thema ausreichend informiert und danach darüber diskutiert wird. Und mit ausreichend informiert meine ich auch Hintergrundwissen, nicht nur oberflächlich offensichtliche Fakten allein. In solchen Diskussionsrunden werden die Schüler langsam ihr Interesse entdecken und hoffentlich auch, dass ihnen die Politik nicht egal sein sollte. Außerdem werden sie auch mit anderen Meinungen ihrer Mitschüler konfrontiert. Dabei soll es gar nicht immer zu einem Ergebnis kommen, sondern nur zur Beschäftigung mit solchen Themen. Dazu, dass die Schüler begreifen, dass sie selber mitgestalten können, dass sie wichtig sind, dass sie ihre eigene Zukunft entwickeln müssen und können.

Mir ist klar, dass es bei solchen Aktionen immer Schüler geben wird, die das Ganze nicht interessiert, die nicht einmal wirklich mitmachen. Aber um die geht es mir auch gar nicht. Es geht mir um diejenigen, die nicht unwissend bleiben wollen. Vielleicht sind dies genau diejenigen, die eines Tages Bundeskanzler/in werden? Vielleicht werden wir es erfahren. Denn dieser Wandel ist nötig.